Weltkulturerbe der Unesco

Die Wieskirche in Pfaffenwinkel (1983)

Bild von Die Wieskirche in Pfaffenwinkel Copyright: Tourismusverband Pfaffenwinkel

Pfaffenwinkel: Die Wieskirche

UNESCO-Welterbestätte seit 1983



Als die Mönche, die Nonnen, die Pfaffen sich in diesem Herzstück Bayerns niederliessen, wussten sie schon, wo die schönsten Plätze sind. In der Landschaft zwischen den Flüssen Lech, Ammer und Loisach, dem südlichen Ammersee und dem Süd-Ende des Starnberger Sees bis zu den Ammergauer Bergen liegen Kirchen und Klöster so eng beieinander wie sonst nirgendwo im Lande. Dies erklärt mit wohlwollendem Respekt den Begriff Pfaffenwin-kel.

Bekannt geworden ist der Pfaffenwinkel daher auch durch die zahlreichen sakralen Sehens-würdigkeiten und das attraktive kulturelle Angebot. Die berühmteste ist natürlich die Rokoko-Wallfahrtskirche „Zum gegeißelten Heiland auf der Wies“, die 1984 in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen wurde. Das Welfenmünster des ehemaligen Prämonstraten-ser-Klosters Steingaden, das im 18. Jahrhundert den Auftrag zum Bau der Wieskirche erteil-te, die ehemalige Klosterstiftskirche in Rottenbuch, das mit dem Europa-Nostra-Preis für be-sondere Verdienste um das Kulturerbe ausgezeichnete Klosterdorf Polling, die Romanische Basilika in Altenstadt, das Kloster Wessobrunn mit dem Wessobrunner Gebet und die zahlrei-chen kleinen, herrlich ausgestatteten Dorfkirchen sind jedoch ebenfalls einen Besuch wert.

Die unansehnliche Figur des Christus an der Geißelsäule und ein Tränenwunder im Jahre 1837: das ist der Ursprung der größten Wallfahrt des 18. Jahrhunderts. Mit der Wieskirche schuf Dominikus Zimmermann 1745-1754 gemeinsam mit besten Künstlern seiner Zeit den unbestrittenen Höhepunkt einer spezifisch bayerischen Rokokoarchitektur. Die Kirche liegt, von weither sichtbar, auf einer kleinen Anhöhe inmitten ihrer Wiese. Die Idee der Wallfahrt bestimmt die Architektur und Ausstattung der Kirche. Sie handelt von Leid, Buße und Erlö-sung.

Über eine Million Besucher, Touristen, Kunstliebhaber – und Wallfahrer – kommen jährlich in die Wies. Ein ganz besonderes Erlebnis bieten die mittlerweile weitbekannten Konzertreihen „Festlicher Sommer in der Wies“, „Musik im Pfaffenwinkel“ und „Abendkonzerte in der Wies-kirche“.

Der Pfaffenwinkel hat aber auch eine andere Seite: Die reizvolle hügelige Landschaft vor dem Panorama der bayerischen Alpen ist für die ganze Familie ein ideales Wander- und Ra-delgebiet. Die Fernwanderwege "König-Ludwig-Weg" und "Prälatenweg" sowie die "Radroute Romantische Straße" ermöglichen einen einzigartigen Natur- und Kulturgenuss und führen direkt an der Wieskirche vorbei. Golfplätze, zahlreiche, zum Teil moorhaltige Badeseen, Frei-bäder, Hallenbäder und vielseitige Freizeitmöglichkeiten runden das Angebot ab. Nach Be-sichtigungs-, Wander- und Radtouren oder Golfpartien kann man bei Gesundheits-, Well-ness- und Beautyangeboten in Bayerns jüngstem Moorbad, Bad Bayersoien am See, so rich-tig entspannen. Das dickbreiige Bergkiefernhochmoor ist von ganz besonders guter Qualität.